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© 2024 Glanzstoff Dokumentationszentrum

Führung im Dokumentationszentrum Glanzstoff

Dr. Max Fremery und Johann Urban begannen in Oberbruch im Jahr 1891 mit der Herstellung von Glühfäden und Glühlampen und erfanden die deutsche Kupferkunstseide. Auf dieser Erfindung basiert die Gründung der „Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG“ im Jahre 1899. Sie entwickelte sich zu einem der international bedeutendsten Unternehmen der Kunstfaserindustrie mit 29.000 Mitarbeiter*innen. Die bei Glanzstoff neu entwickelten und in Oberbruch industriell gefertigten Produkte wie Kupferseide (1899), Rayon (1911), Stapelfaser (1916/1935), Perlon (1950) und Diolen (1958) veränderten und prägten durch Vielfalt und Qualität besonders die Damenmode des 20. Jahrhunderts nachhaltig.

Das Beispiel der Glanzstoff-Fabriken ist repräsentativ für den durch Industrialisierung herbeigeführten Strukturwandel einer ländlichen Region sowie den Einfluss der Zeitläufe und der Globalisierung auf ein Unternehmen. Das Dokumentationszentrum Glanzstoff ist das einzige in Deutschland und das erste im Kreis Heinsberg, das sich mit der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region befasst. Es wurde durch den Bescheid des Landes NRW vom Dezember 2019 im Rahmen des Programms „Heimatzeugnis“ mit ca. 300.000 Euro gefördert. Von den Mitgliedern des Fördervereins Industriepark Oberbruch e.V., als Träger des Dokumentationszentrums, wurden ehrenamtlich 50.000 Euro bzw. 3.500 Arbeitsstunden geleistet.

Glanzstoff bot nicht nur Arbeit, sondern prägte durch den Bau moderner Siedlungen und die Gründung von Vereinen auch den Alltag und die Kultur der Menschen, die im Werk arbeiteten und in seiner Umgebung lebten. Bereits ab 1893 waren auch Frauen in der Produktion, den Sozialeinrichtungen und der Verwaltung beschäftigt und haben die Entwicklung von Unternehmen und Region entscheidend mitgestaltet.

Das Dokumentationszentrum informiert über die Epochen der Unternehmens-, Sozial-, Alltags- und Kulturgeschichte der „Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG“, des Industriestandortes Oberbruch sowie der Region Heinsberg.

Kommen Sie mit uns auf eine spannende Zeitreise mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Jakob Wöllenweber, der 40 Jahre bei der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG gearbeitet hat!

Für das Dokumentationszentrum Glanzstoff wurde die umfassende Sammlung von Fotografien, Grafiken, Filmen, Gemälden, Objekten, Kleidung, Bauplänen sowie die Firmenbibliothek aufbereitet. Ausgewählte Stücke werden in dem vom Förderverein renovierten 125 Jahre alten ehemaligen Produktions- und späteren Verwaltungsgebäude präsentiert. Produkte und Arbeitsprozesse, vor allem aber die daran beteiligten Menschen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Glanzstoff bot nicht nur Arbeit, sondern prägte durch moderne Siedlungen und Vereine auch den Alltag und die Kultur der Mitarbeitenden und der Region.

Die Räumlichkeiten an der Boos-Fremery-Straße 62, insgesamt 460 Quadratmeter, stellt der Betreiber der ehemaligen Glanzstoff-Infrastruktur, die Veolia Industriepark Deutschland GmbH, dem Verein unentgeltlich zur Verfügung. Die Räume wurden nicht nur modernisiert, sondern erhaltenswerte Substanzen und Strukturen des 125 Jahre alten Gebäudes in die Gestaltung einbezogen. Diese Elemente, wie beispielsweise Stützbalken an der Decke, verweisen auf die ehemalige Funktion der Räume. Wie schon bei den in Kooperation mit dem BEGAS HAUS durchgeführten gleichnamigen und äußerst erfolgreichen Ausstellungen stehen die „Menschen bei Glanzstoff“ im Dokumentationszentrum Glanzstoff im Mittelpunkt und bieten Identifikationspotential. Die engen Beziehungen und Verbindungen zwischen einem bedeutenden Industriebetrieb und der regionalen Gesellschaft werden so verdeutlicht.

Termin:

Uhrzeit:

Ort:

Preis:

Sonntag,

15 bis ca. 17 Uhr

Boos-Fremery-Straße 62 (Tor 1), 52525 Heinsberg

für Freundeskreis-Mitglieder kostenlos

Die Besucher*innen können sich filmisch per „Zeitreisen“ über die Unternehmensgeschichte und das parallele Zeitgeschehen informiert. Während ältere Generationen diesen Werdegang noch teilweise miterlebt haben oder aus Erzählungen in der Familie bekannt sind, lernen Jugendliche diese Geschichte im Dokumentationszentrum Glanzstoff erst kennen. Darauf basierend gewinnen sie ein besseres Verständnis für die aktuelle wirtschaftliche Situation und globale Zusammenhänge und können diese Erkenntnisse in die Gestaltung ihrer persönlichen Zukunft einbeziehen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur als Mitglied des Freundeskreises möglich (ggf. Auslosung der vorhandenen Plätze). Bitte melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an oder registrieren Sie sich kostenlos.

© 2024 Glanzstoff Dokumentationszentrum

Glanzstoff

Ausgangspunkt Erfindergeist

Glanzstoff hat seine Wurzeln in Oberbruch und wuchs von dort aus zu einem europäischen Unternehmen heran. Dr. Max Fremery und Johann Urban leisteten mit der erfindungsreichen Produktion von Kunstfasern bahnbrechende Pionierarbeit im Aufbau dieser Branche. Der Standort Oberbruch beschäftigte in der weiteren Entwicklung mit Chemiefasern auf seinem Höhepunkt dort über 7.000 Menschen und war einer der wichtigsten industriellen Arbeit- und Impulsgeber in der gesamten Region. Der Glanzstoff-Konzern machte in den 1970er Jahren einen Umsatz von umgerechnet ca. einer Milliarde Euro und war weltweiter Marktführer bei der Herstellung von Chemiefasern und deren Folgeprodukten. Die Produkte beeinflussten vor allem die Damenmode des 20. Jahrhunderts. Daher sind eigens angefertigte Kleider und die als Vorlage dienenden Modezeichnungen auch ein Highlight der Ausstellung.

Ihre Begleitung an diesem Tag

Vorsitzender des Fördervereins

Jakob Wöllenweber

Der Förderverein Industriepark Oberbruch e.V. hat sich 2013 aus einer Gruppe von engagierten Betriebsangehörigen, Bürgern, Unternehmern und Gönnern gegründet, um die Geschichte der Glanzstoffwerke für die nachfolgenden Generationen in Erinnerung zu behalten.

Teilnahmeformular

Die Bewerbungsfrist endet am Freitag, xx. März 2024, 10 Uhr. Sie erhalten von uns nach Ablauf der Bewerbungsfrist eine Mail mit einer Zu-/Absage – bitte überprüfen Sie ggf. auch Ihren Spam-Ordner!

Die Bewerbung zur Teilnahme an der Veranstaltung ist nur als Mitglied des Freundeskreises möglich. Bitte melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an oder registrieren Sie sich kostenlos.

Aufzeichnung

Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht innerhalb weniger Werktage zur Verfügung.

Fotos

Fotos stehen ca. 5 Werktage nach der Veranstaltung zur Verfügung.